Hast du Angst, ohne Fernseher und Radio nicht mehr informiert zu sein?

Haben wir nicht eher zu viele Informationen, die wir gar nicht alle verkraften können?

Ich habe seit 2008 keinen Fernseher mehr, und ich vermisse nichts.

Wichtige politische oder gesellschaftliche Informationen erhalte ich immer noch über Bekannte, das Internet oder die gelegentlichen Nachrichten im Radio (wir hören am ehesten, meist im Auto, MDR Figaro, weil es regional ausgerichtet ist und kulturelle Informationen bietet).

Vor einer Wahl oder um andere Zusammenhänge zu verstehen informiere ich mich selbst auf selbst gewählten neutralen Webseiten wie z. B. Wikipedia.

Und Filme sehe ich auch. Ich liebe unsere Filmabende, die meine Schwester, Freunde und ich regelmäßig veranstalten. Ich liebe es auch, mit meinem Schatz Filme zu gucken. Das machen wir oft und gern. Auf Netflix. Ohne Werbung. Und die angeschauten Sendungen wählen wir bewusst aus.

Aber was wir nicht mehr konsumieren, womit wir uns nicht mehr beschallen lassen, sind Werbung und schlimme Nachrichten.

Und ich kann dir sagen, das tut so gut!

Es hat einen gewaltigen Einfluss darauf, wie wir die Welt erleben.

In den Nachrichten geht es überwiegend um Kriege, Hass, Gewalttaten, Unfälle oder Krisen.

Es ist gut, Allgemeinbildung zu besitzen und über die Zusammenhänge in der Welt in den Grundzügen Bescheid zu wissen, aber da wird häufig auch eine Menge Unfrieden und Angst verbreitet. Vieles davon betrifft dich und mich auch nicht wirklich.

It’s not information overflow. It’s filter failure.

 

Es ist nicht Informationsüberfluss. Es ist ein Mangel beim Filtern.

Den Satz habe ich in einem Internetmarketing-Seminar kennengelernt, und er kommt mir immer und immer wieder in den Sinn.

Natürlich sind Internetmarketer angehalten, ihre Kunden und Leser nicht zu spammen, aber du kannst nie die anderen ändern. Verändern kannst du immer nur etwas bei dir selbst.

Also gilt für alle Medien, insbesonders aber für das Internet: Filtern.

 

Du allein entscheidest, was wichtig für dich ist. Alles andere darfst du ausblenden.

Lass dir nicht von Internet-Gurus einreden, dass du bestimmte Seiten lesen musst, dass du auf Instagram sein musst oder in anderen Sozialen Medien.

Tue immer nur, wonach *dir* ist.

Mit Twitter und Instagram habe ich immer noch so meine „Hass-Liebe“. Internet-Business-Lehrer schwärmen mitunter noch von den alten Zeiten, als auf Twitter noch ein richtiges Gespräch möglich war. Heute – ist mein Eindruck – ist es überwiegend Marktgeschrei.

Ich nutze diese Dienste nicht mehr für mein Geschäft. Nur noch zur reinen Unterhaltung.

Was ich lernen musste: Ich kann nur einen winzigen Bruchteil der Meldungen sehen und verkraften. Ich werde immer vieles verpassen. Es sind einfach viel zuviele Meldungen.

Aber so wichtig ist das ja auch nicht. Das wahre Leben ist wichtiger, oder dass ich meine Arbeitszeit konstruktiv nutze.

 

Filtern extrem:

Ich kenne eine Frau, die sogar die Etiketten auf ihren Shampoo- und Duschbadfläschchen ablöst, weil ihr das schon zuviel Werbung, zuviel Input ist.

Und sie hat recht.

Wir kriegen immer und überall Werbung vorgesetzt. Auf jeder verfügbaren freien Fläche.

 

Du siehst, du kannst eine Menge filtern. Blende aus, was dich belastet. Lies nur, was dich erfreut, unterhält, bereichert.

Dafür sind Dienste wie HootSuite (fast alle Social Media-Plattformen auf einem Blick), Instapaper (für Artikel und Webseiten, die du beim Surfen findest, aber erst später in Ruhe lesen möchtest) oder ein RSS-Feed-Leser wie Bloglovin (für Blogs, die du abonnieren und verfolgen möchtest – aber wann es *dir* passt) ideal.

Es gibt so vieles zu entdecken im Internet. Vieles, was inspiriert, anrührt, dir etwas beibringen kann. Viele tolle Menschen. Mitreißende, inspirierende. Ich wünsche dir viel Spaß dabei, diese zu entdecken.

Aber du darfst auch mal ausschalten.

 

 

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